Fulfillment Kosten im E-Commerce (inkl. Rechner)

Ralph Bauer - Fulfillment Experte Aachen
Ralph Bauer
Fulfillment Experte
Aktualisiert am:
Das wichtigste in Kürze

Fulfillment Kosten sind alle Kosten im E-Commerce, die verursacht werden, um eine Bestellung im Lager abzuwickeln

 Dazu gehören:

  • Wareneingangskosten (Warenannahme, Prüfung und Einlagerung)
  • Lagerkosten (Gebühr für Stellplätze, m³, Block-, Paletten-, Regal- oder Schrankplätze, gekühlte Plätze)
  • Zusatzkosten für das Erstellen von Sets, Bundeln, Anbringen von EAN- Codes etc.
  • Kommissionierung (Picken und Bereitstellung der Ware)
  • Verpackung (Verpacken der Artikel in geeignete Versandkartonage/-umschlag, Coexbeutel)
  • Verpackungsmaterial (Füllmaterial, Seidenpapier, Wabenpapier, Kühlpads) und Label
  • Versandkosten
  • Kosten für die Bearbeitung von Retouren
  • IT- Kosten, Kosten für die Anbindung
  • Grundgebühren und Servicepauschalen

 

In diesem Ratgeber erfährt du, was Fulfillment Kosten alles umfasst und beeinflusst und warum professionelle Unterstützung durch einen Dienstleister wie Schiffer Service sinnvoll ist.

Inhaltsverzeichnis

Fulfillment Kosten – was bedeutet das und wie kommen die Kosten zustande?

Fulfillment Kosten umfassen alle Kosten, die mit deinen Produkten einhergehen, ab dem Moment, wenn sie im Lager ankommen bis zur finalen Abwicklung des Auftrags mit deinem Kunden.

Wenn Ware im Lager ankommt, kann dies auf verschiedenen Wegen erfolgen: per Paket, per LKW oder per Container. Ab diesem Moment ist Personal damit beschäftigt, die Ware anzunehmen, zu prüfen, zu dokumentieren und schließlich einzulagern und zu buchen. Je nachdem, wie die Ware angeliefert wird und um welche Produkte es sich handelt, kann hier ein abweichender Kostenpunkt entstehen.
Wenn mit den Artikeln zusätzlich noch etwas geschehen soll bevor sie gelagert und versendet werden, kann dies Zusatzkosten verursachen. Zum Beispiel: Drei Artikel sollen zu einem Set zusammengepackt werden. Oder- Artikel sind bei Lieferung nicht mit einem scanbaren Barcode ausgezeichnet und dieser muss nachträglich gedruckt und angebracht werden.

Ab dem Moment, wenn Ware auf einem Lagerplatz gebucht wird, werden Lagerkosten berechnet. Auch hier hängt die Berechnung wieder von der Art und Beschaffenheit der Ware ab. In der Regel werden große, sperrige Artikel und große Mengen auf Block- oder Palettenstellplätzen gelagert, kleine Artikel und kleine Mengen eher auf Fachbodenplätzen oder wertvolle Artikel in abschließbaren Schränken. Die Kosten variieren hier nach Anforderung an den Platz und beinhalten die entsprechende Gebühr für den Lagerplatz, der beansprucht wird für einen gewissen Zeitraum (i. d. R. ein Monat).

Bei Pick- und Packkosten stellen die damit einhergehenden Personalkosten den größten Faktor bei der Kostenberechnung dar. Inkludiert sind hier oft die Umlagekosten für Fahrzeuge, Scanner, voll ausgestattete Arbeitsplätze und sonstiges Inventar und Material, das vorgehalten werden muss, um diese Prozesse durchführen zu können.
Ein weiterer Kostenpunkt ist das Verpackungsmaterial, das in der Regel aus Kartonage, Füllmaterial und Klebeband besteht. Individualisierte Verpackungen, besonderes Füllmaterial, wie zum Beispiel Seidenpapier oder ähnliches kann zu erhöhten Kosten führen.

Die entstehenden Versandkosten werden je nach gewünschter Versandart, Produktklasse und Gewicht der versandfertigen Pakete durch den KEP (Kurier-, Express- und Paketdienstleister) erhoben. (Die bekanntesten Dienstleister: DHL, DPD, UPS, GLS und Hermes).
Sollten Waren retourniert werden, führt dies ebenfalls zu Kosten. Der Paketdienstleister erhebt eine Rücksendegebühr, die Retoure muss angenommen, geöffnet, geprüft und ggf. instandgesetzt oder entsorgt werden. Teilweise wird Retoure auch gesammelt und wieder an den Hersteller zurückgesendet. Alle diese Prozesse sind ebenfalls sehr personalkostenintensiv.

IT- Kosten für ein Warenwirtschaftssystem, Programme und/oder die Kosten für die Anbindung über eine Schnittstelle sind ebenfalls bei einer Kalkulation zu berücksichtigen.
Grundgebühren und Servicepauschalen werden in der Regel für übergreifende Kosten berechnet.

Wovon werden die Kosten beeinflusst?

Den größten Einflussfaktor auf die entstehenden Kosten nimmt die Beschaffenheit des Produktes ein. Große und schwere Artikel verursachen höhere Lagerkosten, da nur eine kleine Menge pro Palette eingelagert werden kann. Zudem sind die Versandkosten hoch und werden ggf. noch durch Zuschläge (Sperrgut, nicht bandfähig) erhöht.
Die Umschlagshäufigkeit der Ware sollte unbedingt bei der Kostenkalkulation berücksichtigt werden. Schläfer kosten Geld und fressen den Gewinn.

Zerbrechliche Artikel benötigen mehr Verpackungsmaterial.
Artikel, die gekühlt versendet werden müssen oder Flüssigkeiten, benötigen eine Sonderverpackung.
Die Beschaffenheit der originalen Produktverpackung beeinflusst stark, ob der Artikel noch einmal verpackt werden muss oder ob der Artikel direkt versendet werden kann.
Die Bestellstruktur: Bestellt ein Kunde nur einen oder mehrere unterschiedliche Artikel, beeinflusst dies die Kosten. Mehr Picks und mehr Artikel einzupacken = höherer Aufwand. Auch die Beilage von Retourenscheinen, Flyern, Stickern, Goodies oder das Personalisieren von Sendungen usw. führt zu Mehraufwand. Wohingegen eine Mengenstaffelung oder ein Mengenrabatt auf die Bestellung einer hohen Menge des gleichen Artikels wieder kostensenkend sein kann.
Erheblich beeinflusst werden die Kosten auch durch die Wahl der richtigen Versandart und des KEP. Hier lässt sich viel Geld einsparen bei der richtigen Auswahl.

Die Retourenquote gehört ebenfalls zu den Kostentreibern im Prozess. Die Bearbeitung und Instandsetzung oder Entsorgung sollte bei der Kostenkalkulation nicht vernachlässigt werden.

Fazit: Je individueller, größer und komplexer deine Bestellungen sind und je höher die Retourenquote ist, desto höher die Fulfillment Kosten. Je standardisierter dein Aufbau ist, desto günstiger wird es.

 

Praxisbeispiele für typische Fulfillment Kosten

1. Wareneingangsprüfung & Qualitätskontrolle
Kosten für Wareneingang, z.B. für eine Palette
LKW kommt an, Palette wird entladen, Folie wird entfernt und entsorgt, Artikel und Menge anhand des Lieferscheins geprüft, Qualitätsprüfung oder Sichtprüfung der Ware, Rückmeldung an Besteller, wenn Abweichungen auftreten

2. Einlagerung und Buchen
Palette wird nach erfolgter Prüfung mit einem Stapler ins Lager gebracht und dort auf einem Palettenstellplatz eingelagert. Die Buchung der Ware findet statt.

3. Kommissionierung
Vom Artikel werden für eine Bestellung 3 Stück gepickt. Der Kommissionierer fährt ins Lager, holt die 3 Artikel und bringt sie in den Verpackungsbereich.

4. Verpackung
Der Auftrag wird an den Packtisch geholt und die Bestellung überprüft. Bei bestandener Prüfung wird eine Versandkartonage ausgewählt und die 3 Artikel eingebracht. Die Ware wird mit Füllmaterial im Paket geschützt. Der Lieferschein und das Versandlabel werden gedruckt und im/am Paket angebracht. Das Paket wird mit Klebeband verklebt und das Paket wird in den Versandbereich übergeben.

5. Versand
Das Paket wird dem Paketdienstleister übergeben.

6. Retoure
Die Retoure wird über den Paketdienstleister angeliefert. Sie wird in die Abteilung zur weiteren Bearbeitung gebracht. Das Paket wird geöffnet, die 3 Artikel werden entnommen und auf ihren Zustand geprüft. Der Zustand wird gebucht. Sollten Sie in einem „A“- Zustand (ohne Mängel) sein, werden sie zurück ins Lager gebracht und wieder eingelagert und gebucht. „B“- (z.B. nur Verpackung beschädigt) – und „C“- (defekt) Artikel werden gesondert behandelt.

Warum hier ein Dienstleister sinnvoll ist?

Ein moderner Logistikpartner ist heute nicht nur Fulfillment-Dienstleister, sondern auch strategischer Prozesspartner. Er kann durch eine umfassende Beratung schon bei der Produktauswahl und/ oder -konfiguration und deiner Bestellstruktur Empfehlungen aussprechen, die eine Kostenplanung transparenter und schlanker machen.

Zudem übernimmt er sämtliche Tätigkeiten wie du es wünschst und kann durch seine Aufstellung oft günstiger anbieten, als wenn man selbst Lager und Personal bewirtschaften muss. Und- das Wichtigste: Du sparst Zeit (und Nerven) und kannst dich auf das Wesentliche konzentrieren: Einkauf, Marketing, Verkauf.

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